Kategorie-Archiv: Technik

Alles zum Thema Technik im allgemeinen

Der Apfel fällt…

…nicht weit vom Stamm oder doch eher aus dem Fenster?

Als langjähriger Apple-Nutzer komme ich mir dieser Tage vor, als sollte ich schon »Alle Jahre wieder« singen. Mittlerweile hat Apple nämlich offenbar ein echtes Problem, was die interne Qualitätssicherung angeht.

iOS 8 verbreitet in vielerlei Hinsicht mehr Probleme, als dass es Nutzen bringt. Das System lahmt auf den Geräten älteren Baujahrs, obwohl es eigentlich problemlos laufen sollte. FaceTime und iMessage zicken (wie schon im letzten Jahr beim Sprung von 6.x auf 7) gehörig rum, melden sich selber ab oder brauchen Stunden, bis die Nachrichten zugestellt werden. WLAN-Verbindungsprobleme sind auch nicht gerade zufriedenheitsfördernd. HealthKit ist zum Release so fehlerhaft, dass damit korrespondierende Apps aus dem Store gezogen werden. Und das Update auf 8.0.1, dass es gestern kurzzeitig gab, ließ gar die neue iPhone-Generation komplett vom Mobilfunknetz gehen.

Bedenkt man weiter, dass es bestimmte angekündigte Funktionen wie Continuity auch noch nicht geschafft haben, weil das neue MacOS noch nicht fertig und auch iCloud Drive nicht abwärtskompatibel ist, so fragt man sich schon, was dort hinter den Kulissen passiert und ob vielleicht jemand doch ein zu grosses Stück vom Apfel abgebissen und sich nun daran verschluckt hat.

Auch die AppleWatch ist so ein Ding. Ein neues Gerät, dass die Aufmerksamkeit auf sich zieht, aber eigentlich nur Spielkram ist (Ich selber benutzte seit meinem ersten Handy – ein Nokia 5110 war’s – überhaupt gar keine Armbanduhr mehr; warum sollte ich mir jetzt eine kaufen, bloß weil sie von Apple kommt?). Nicht einmal die technischen Details wurden erwähnt – die sprichwörtliche Katze im Sack. Und wer will schon eine Uhr, die man täglich aufladen muss?

Von den immer langsamer werdenden Stores mag man da schon gar nicht mehr reden, und an die angekündigte neue Fotos-App auch nicht denken. Und das die Familienfreigabe zwingend einen Hauptaccount mit hinterlegter Kreditkarte erfordert geht an der (nichtamerikanischen) Realität ja wohl völlig vorbei – insbesondere, wenn zwar die Rede davon ist, dass auch eine hinterlegte EC-Karte ausreicht, was aber hierzulande nur mittels des Zwischendienstes Click and Buy funktioniert, der dann aber bei der Einrichtung der Familienfreigabe als nicht gültige Zahlungsmethode angeprangert wird, da Click and Buy laut Fehlermeldung unter iOS nicht genutzt werden kann. Das verstehe wer will, ich nicht.

Das gleiche gilt für den Homescreen, der sich auf dem iPhone 6 Plus nun wie auf den iPads auch ins Querformat drehen lässt. Warum geht das eigentlich nicht auf allen Geräten?

Die Meldungen über verbogene iPhones beim großen Modell werfen auch ein eigentümliches Licht auf die neue Baureihe. Insbesondere, wenn man eines der neuen Geräte in der Hand hält und merkt, wie leicht die eigentlich sind, fragt man sich unwillkürlich, was der Schlankheitswahn im Smartphonesektor eigentlich soll. Wie wäre es mit etwas mehr Stabilität durch ein etwas dickeres Maß? Da wäre dann sogar gleich noch Platz für einen stärkeren Akku, um die Laufzeit zu erhöhen. Das iPhone 4/4S war meiner Meinung nach bereits dünn genug, und vom Formfaktor her ist das 3G/3GS nach sie vor unerreicht – kein anderes iPhone liegt so angenehm in der Hand wie jenes. Wenigstens auf dessen Grundform mit Rundungen statt Kanten hat sich Apple nun ja zurückbesonnen.

Was bleibt also von der letzten Keynote? Zwei neue iPhones, die für Programmierer die nächsten beiden neuen Auflösungen bereithalten, eine Smartwatch, die man eigentlich nicht braucht, und ein Zusammenspiel der Geräte im Gesamt-Apple-Kosmos, dass nicht funktioniert.

Mit mehr als einer Woche Abstand zur Keynote ist mir auch klar geworden, was mir als Ankündigung gefehlt hat (und im Vorjahr bei der Vorstellung der neuen iPhones für mich die wichtigste Nachricht war): ein weiterer Teil von Infinity Blade

Also Apple, strengt Euch ein bisschen mehr an, sonst folgt nach Antennagate bald noch ein generelles Applegate. Und das muss ja wohl nicht sein. Vielleicht hätte auch iOS eine Public Beta ganz gut getan; dass das funktioniert und nicht ganz unsinnig ist hat das vielgescholtene Microsoft ja mit der Developer Preview von Windows Phone 8.1 vorgemacht. Denn so etwas machen die Freaks mit, die sich am Ende auch damit abfinden können, dass wegen der Beta etwas nicht vernünftig funktioniert; es ist schon blöd, wenn alle Nutzer dann Bugs ausbaden müssen.

Insbesondere in Sachen Tatstatur wünsche ich mir übrigens jene von Windows Phone 8.x, denn im Gegensatz zu Apple funktionieren die Wortvorschläge dort nahezu perfekt, bei Apple hingegen nur rudimentär. Und die Drittanbietertastaturen taugen leider für meine Schreibgewohnheiten gar nichts (insbesondere diese Wischiwaschidinger, mit denen ich mal gar nicht klar komme).

Vielleicht sollte ich doch mal wieder mein Lumia 920 in Betrieb nehmen und eine Weile wieder die Vorzüge dieses Betriebssystems geniessen – denn auf einen Zwitter aus Windows Phone 8.1 und iOS 8 kann ich bestimmt noch lange warten. Wobei ja zumindest die Versionsnummer beider Systeme übereinstimmt…

Apple kopiert Nokia

Gestern abend hat Apple nun auf der Keynote erwartungsgemäß neue iPhones vorgestellt. Wirklich neues gab es dabei nicht zu sehen, die einzelnen neuen Dinge waren im Vorfeld durch Leaks und Gerüchte eigentlich vollständig bekannt, seien es nun diverse neue Spezifikationen wie schnelleres LTE und der Fingerabdrucksensor oder die Farben und Bezeichnung des iPhone 5C.
Mit letzterem begibt sich Apple auf neue Pfade – und einen kleinen Schritt zurück in die eigene Mobiltelefonhistorie, denn das weiße iPhone 5C erinnert abgesehen vom fehlenden Metallring um das Display doch schon sehr an das iPhone 3G.

Generell wirkt die neue Farbigkeit des iPhone 5C wie Apples Antwort auf die bunten Handys der Lumia-Reihe von Nokia. Und auch deren Hülle aus Polycarbonat ist alles andere als billig, was die Optik, Haptik und Verarbeitung betrifft; vom reinen Berührungsgefühl her ist insbesondere das Lumia 920 dem iPhone 4/4S ebenso wie dem iPhone 5/5S weit überlegen, weil die harten Kanten fehlen. Auch hier setzt Apple mit der Rückkehr zu den abgerundeten Ecken wie beim alten iPhone 3G/3GS der Konkurrenz nach.
Was Nokia mit den farblich ans Gerät angepassten Kopfhörern der Lumias vorgemacht hat kopiert Apple nun mit den farbigen Lightning-Anschlusskabeln. Und selbst iOS7 verliert seinen bisherigen Wiedererkennungswert und gleicht sich optisch Android an, insbesondere mit dem neuen Sperrbildschirm. Dass diverse Androidgeräte wie beispielsweise das HTC One mittlerweile schon beim Kacheldesign von Windows Phone 8 abkupfern ist dabei ein anderes bemerkenswertes Detail.

Auch die neuen Fotofunktionen im iPhone 5S ziehen nur dort nach, wo Nokia im Rahmen des Amber-Updates vorgelegt hat. Die zukünftige kostenlose Verfügbarkeit von iWork auf jedem neuen iOS-Gerät dürfte zudem dem bei Windows Phone 8 enthaltenen Microsoft Office bzw. Google Docs für Androidgeräte geschuldet sein. Und auch den mit iOS7 kommenden Upload von Videos in den Fotostream hat Windows Phone 8 mit dem automatischen Skydrive-Upload vorgemacht.

Die Chance, in den sogenannten Schwellenländern Fuß zu fassen hat Apple mit Preis und Ausstattung des iPhone 5C nun ein weiteres mal verstreichen lassen.
Auch hierzulande ergibt sich keine Notwendigkeit, alsbald auf eines der neuen Geräte zu wechseln. LTE ist noch zu teuer, und abgesehen von Hauptprozessor und Speicherplatz unterscheiden sich die nun aktuellen Baureihen des iPhones nicht wirklich; der im Vergleich kleinere Bildschirm des iPhone 4S ist letzten Endes Geschmackssache.

Als Fazit bleibt also: Wer ein iPhone braucht, um damit anzugeben, hat demnächst ein neues Spielzeug zur Hand. Alle anderen schon iPhone-Besitzer ab dem iPhone 4 oder zumindest dem 4S können sich entspannt zurück lehnen und bei dem bleiben, was sie haben. Und wer es gerne bunt hat und nicht auf die perfekte Anbindung an Apples übrigen Kosmos aus Macs, iTunes und iCloud angewiesen ist und es günstig und mit mehr Auswahl nach seinen Ansprüchen mag greift besser zum Nokia Lumia. Die haben – wenngleich man dass auch nicht unbedingt braucht – in den höheren Geräten sogar einen NFC-Chip, den man bei Apple auch in den neuen Modellen vergeblich sucht.

Für mich persönlich war die wichtigste Information des Abends übrigens die Ankündigung von Infinity Blade 3 – welches auch auf meinem iPhone 4S noch problemlos laufen wird…

Einmal Facebook und zurück

Gut zehn Monate ist es nun her, dass ich mich ziemlich entnervt von Facebook und Twitter sowie diversen anderen (zum Teil auch einfach nur angehängten) Social Network-Diensten verabschiedet habe, weil mir die Flut der übermittelten Informationen einfach zu viel wurde. Wenn man wie ich dazu neigt, neue Dinge erst einmal auszuprobieren, bevor man »brauch ich nicht« oder »taugt eh nix« sagt, hat man schnell einen Haufen Accounts bei einer Menge Dienste. Der Vielzahl dieser Dienste gedenke ich demnächst noch einen eigenen Eintrag zu widmen, doch ein Netzwerk hat es mir gerade wieder besonders negativ angetan: Facebook.

Als ich also im letzten Herbst Facebook hinter mir zu lassen gedachte, habe ich fein säuberlich alle unnötigen Informationen nebst meiner Handynummer aus meinem Profil gelöscht, und wollte dann auch selbiges selbst tilgen. Gesagt, getan, misslungen – denn standardmäßig wird ein Facebook-Profil lediglich deaktiviert, löschen ist ungleich komplizierter.
Bis ich das aber wirklich realisiert und nachgegoogelt hatte, war auch die Wochenfrist um, in der sich ein Profil beim Einlog-Versuch automatisch reaktiviert. Also habe ich es so hingenommen.

Im Frühjahr schliesslich hatte ich in Erwägung gezogen, dieses Profil doch wieder zu aktivieren, um mir die Integration von Facebook in Windows Phone 8 anzusehen, da ich zu diesem Zeitpunkt ein Nokia Lumia 920 hatte – auch noch ein Thema für einen eigenen Eintrag. Also das Einloggen zum Reaktivieren probiert und grandios gescheitert, da ich mein Profil irgendwann einmal mit dem Schutz per Handy/SMS-Code versehen hatte. Und diese Handynummer hatte ich ja nun wie oben beschrieben aus dem Profil entfernt.
Sicherheitscode per SMS ging also nicht. Stattdessen wollte Facebook nun einen Identitätsnachweis haben. Also die notwendige Sektion vom Ausweis abfotografiert, als Anhang an die entsprechende Mail von Facebook wegen des Reaktivierungsversuchs gehängt – und umgehend kam die Mail als unzustellbar zurück. Also habe ich es gut sein lassen.

Nach dem Erscheinen von »Netz der Intrige« kam ich nun aber zu dem Schluss, dass man auch als unbedeutender Teilzeitautor vielleicht doch auf Facebook präsent sein sollte; ebenso habe ich festgestellt, dass ohne Facebook der Kontakt zu einigen Verwandten doch merklich abgenommen hat, der halt vorher da war.

Es wurde also Zeit für den zweiten Reaktivierungsversuch, der wie schon erwartet zur Notwendigkeit der Identifikation führte. Also gut, nochmal ein Teilfoto vom Ausweis gemacht, und dieses Mal kam die Mail auch nicht zurück. Was blieb, war das mulmige Gefühl, ob es wohl diesmal klappen würde.
Die automatische Mail von Facebook, die mich über die Identifikationsnotwendigkeit in Kenntnis setzte, versprach eine Meldung des Facebook-Teams bei mir binnen 48 Stunden. Am Montag abgeschickt rechnete ich also für den Mittwoch mit der Erledigung, doch nichts passierte. Am Donnerstag habe ich das ganze dann als weiteren erfolglosen Versuch abgehakt. Und wieder erwarten kam dann am Freitag doch noch die entsprechende Nachricht, dass die Reaktivierung meines Kontos nun vollzogen sei…
Merke: Für Facebook hat der Tag nur zwölf Stunden…

Nun war ich also wieder drin – und war bereits nach einem Tag schon wieder völlig genervt: Seitenvorschläge, Personenvorschläge, Werbung und irgendwelche Spaß-Postings machten den Großteil meines Nachrichtenstroms aus. Etwas Interessantes? Fehlanzeige.
Drei Tage später habe ich nun heute die Facebook-App schon wieder von meinem Handy geschmissen. Wenn ich wirklich in mein Facebook gucken will, kann ich es ja über Flipboard tun. Wie lange ich nun aber tatsächlich dabei bleibe und ob, was und wieviel ich posten werde wird die Zeit zeigen.
Aber eines ist sicher: Beim nächsten Mal wird mein Facebook-Account richtig und vollständig gelöscht…